für Hans

Ich weiß, 
du hast manches mal mehr gewünscht.
Du wolltest mehr für uns tun,
öfter da sein,
wolltest alles richtig machen.
Und manchmal ging’s nicht.
 
Und auch wenn es zu früh ist,
zurück zu blicken,
abschließend,
und noch kein Resumee gezogen wird.
 
Muss es dieses eine Mal gesagt werden:
Was immer ich tue,
oder nicht tue,
wo immer ich noch scheitern werde,
gar versagen,
jedenfalls weniger erreichen, als ich möchte.
Am Ende wird es mir leichter fallen,
am Ende werde ich zufriedener sein,
sollte ich sagen können,
ich war meinen Kindern ein Vater
wie du mir.

~ von Ele am Januar 18, 2008.

5 Antworten to “für Hans”

  1. Lieber Ele,
    das ist bärenstark. Ich hoffe, Dein Vater wird Gelegenheit bekommen, diese schönen Zeilen zu lesen.
    Ich bin Vater.
    Ich nie hatte ich das Gefühl, es war zuviel, was ich gab.
    Immer zu wenig.
    Und der Dank? War und ist unterschiedlich.
    (Dank? Was für ein Wort.)
    Jede(r) auf seine Weise.
    Jede(r) so gut sie/er kann.

    Vater bist Du immer. Kind auch.
    Danke.

    LG, Ulf

  2. Hmmmmm …. in den Blogs, in denen ich zur Zeit so gern lese, ist dass irgendwie überall gerade eine Thema …. es macht mich nachdenklich und hilft nicht gerade dabei, diese Dinge zu verdrängen. Ich bin nämlich eher eine Verdrängerin und ich habe schreckliche Angst, dass es einmal mit den liebsten Menschen in meinem Leben so enden wird. Aber es wird passieren … auch wenn es heute viel zu früh sein möge, überhaupt daran zu denken. Naja, ich sage immer - muss ich halt schauen das ich früher gehe. Das klingt blöd, aber ist auch schrecklich egoistisch. Naja, wieder ein Tag, an dem ich nichts verdrängt habe … ist doch mal was

  3. Janice, das ist zugegeben ein Text, der auf diesem Blog überhaupt nichts verloren hat. Für mich war es die Eintrittskarte, der betreffenden Person überhaupt mal ein paar Dinge sange zu können, die gesagt werden mussten. Ich wollte nicht ein weiteres Mal damit warten, bis es zu spät is -irgendwann aus irgendwelchen Gründen. Und meine Taktik in Sachen Schutzmechanismen aushebeln war dieses Mal: “Wenns schon auf dem Blog steht, kann ichs ihn auch gleich wissen lassen. Hat funktioniert. Wie du siehst: auch ich bin eher ein Verdränger und brauche gezielte Selbstverarschung, um das auf-die-Seite-schieben zu umgehen.
    Lieber Gruß, ele

  4. Ja, das mit dem Verdrängen ist so ‘ne Sache … kennst “mich” ja. Aber es ist ab und an ganz hilfreich es einfach in dem Blog zu teilen … warum also gehört es nicht hier rein? Weil du nur Gedichte schreibst? Oder nur Lustiges? Quatsch, du hast eben auch andere Seiten und dein Blog kann durchaus auch diese Seiten verkraften … auch wenn es sich nicht reimt und nicht lustig ist. Mach dir da keine Gedanken.

    GLG
    Janice

  5. @UlfRunge:
    Lieber Ulf: Danke für den Zuspruch und: serh gern geschehen, von ganzem Herzen.
    Ich habe mir tatsächlich ein Herz gefasst und die Zeilen “weitergegeben” und es war wohl die richtige Entscheidung. Aber wie du schreibst: jeder auf seine Weise. Ich habe auch sehr spät angefangen, mich explizit zu bedanken. Und manchmal sind die nicht verbalisierten Dankeschöns ja die schöneren.
    Lg, ele

Eine Antwort hinterlassen