Wo drückt der Schuh?

Mein derzeitiges Lieblingspaar Schuhe habe ich am Ku’damm erworben. Sie waren noch nicht einmal so teuer, sahen unverschämt gut aus und passten zu mir, wie ich zu ihnen. Sie lassen sich zu quasi jeder Art von Hosen tragen, sind nicht zu schick und trotzdem auch für etwas formellere Gelegenheiten brauchbar, sind aus Leder und machen auch sonst einen guten Eindruck.

Sie haben nur einen Schönheitsfehler: Sie drücken. Quasi überall. Alles Einlaufen half nichts, ich kann anstellen, was ich will: Sie drücken. Vorne, hinten, an der Seite, überall.

Ich habe mich nun auf einen alten Trick besonnen, den ich noch aus meinen Tagen als aktiver Reiter kenne. Wann immer es neue Stiefel einzutragen galt, war nämlich das gleiche hartnäckige Problem da. Und die einzige Lösung bestand stets darin, zwei Paar Socken -von der richtigen Qualität- anzuziehen und dem Problem dann dabei zuzusehen, wie es sich von selbst erledigte. Warum das funktioniert, wo weder Pflaster noch Schuhspanner noch sonstwas greift: Ich weiß es nicht.

Seitdem jedenfalls gefallen mir die Schuhe sogar noch besser: Sie sind von außen makellos, etwas abgewetzt, unauffällig auffällig und genau so, wie ichs mag. Und sie tragen dieses Geheimnis. Sie drücken wahrscheinlich jeden anderen nur mich lassen sie in Frieden. Sie sind kurz gesagt wie ich: unperfekt und im Verborgenen schwierig.

~ von Ele am Februar 4, 2008.

4 Antworten to “Wo drückt der Schuh?”

  1. Verdammt, Ele, bist Du das? Ele Schockemöhle? Der bekannte Springreiter? Ich hatte schon so eine Ahnung …

  2. Hi Ele,
    zwei Paar Socken von der richtigen Qualität… Hmmm, was muss ich mir darunter vorstellen? Und muss man dann immer zwei Paar Socken tragen oder weiten sich die Schuhe auf diese Weise?

    Hab ja noch nicht so viel von dir gelesen, aber es gefällt mir, wie du schreibst. Und über den letzten Satz werde ich noch nachdenken. Unperfekt und im Verborgenen schwierig. :-)

    LG,
    Martina

  3. Nachricht vom verkannten Reit-Talent:

    Nach nochmaliger Lektüre sind mir einige Erkenntnisse gekommen:
    1. Wer von sich selbst schreibt, er sei im Verborgenen schwierig… ist es wohl weit weniger, als er denkt. Jedenfalls nicht (mehr) im Verborgenen.
    2. Die Tatsache, dass mein Reit-Talent an sehr frühe Grenzen stieß, könnte auch damit zusammen hängen, dass ich nie passende Fußbekleidung hatte?!
    3. Das mit den Schuh-Lebens-Metaphern üben wir mal noch ein wenig, sehr geehrter Verfasser des Blogs.

    Ele, heute mal supersonderselbstkritisch

  4. Hallo Ele,
    ich will ja nicht spitzfindig daherkommen, aber ich denke, der/die Leser/in tendiert dazu, alle Schuh-Aussagen des letzten Abschnitts auf Dich zu übertragen: Von au0en makellos, etwas abgewetzt, unauffällig auffällig.
    Ich meine, wenn das so beabsichtigt ist, isses ja gut…

    Das Socken-Doppel kenn’ ich im Zusammenhang mit Bergstiefeln… angeblich verhindert dies das Entstehen von Blasen. LG :-)

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