Verzeih’

Ich verfluche mich!
Find mich unperfekt!
Ich enttäusche dich
Ich bin nicht konstant

Fühl’ mich hinderlich
In mir selbst versteckt
Ich enttäuschte dich
Bin mir weggerannt

Wer mir nahe ist
Mit mir Tage lebt
Wie du bei mir bist
Meine Laune hebt

Wird verlassen sein
Tut sich an mir weh
Wenn ich ganz allein
Schweigend untergeh’

Liste zum Tage

Erkenntnisse:

1. Wenn man so eine Woche hinter sich hat, in der alles schief lief, zumindest innerlich, dann ist man so richtig erleichtert über den Moment, in dem man denkt: „WTF, wird schon irgendwie gehen.“

2. Wetter wird überschätzt. Der graue Himmel ist wie die Globalisierung: Man muss sich damit arrangieren. Kreative Lösungen sind gefragt: Gelbgefärbte Sonnenbrillen, Saunabesuche…

3. Berlin ist einfach universell einsetzbar. Die schönste Stadt der Welt, wenn man gut drauf ist. Der Vorhof zur Hölle, wenn man es nicht ist. Und grau und ekelig, wenn einem grau und ekelig zumute ist. Schick.

4. Seit Flockes erster Spaziergang mit drei Kameras, vier Kommentatoren, einer Live-Bildlaufzeile im unteren Bildabschnitt vom ÖFFENTLICH RECHTLICHEN Fernsehen übertragen wurde, habe ich endgültig beschlossen, mich von meinem Fernseher zu trennen.

5. Kurt Beck ist leider weiterhin nicht zu kommentieren und schon gar nicht zu parodieren. Das macht er selbst besser als ich es je können werde. Mist.

Meine Hoffnung

Da steht sie vor einsamkeit klein
Ihr blick sagt, ich lass sie allein
Sie fragt ohne wort ohne satz
Bleibt wartend am stets gleichen platz
Will bei mir, will neben mir sein.

Mal läuft sie voraus, mal im rücken
Mal rennt sie, mal humpelt auf krücken
Ich frag mich, warum
Dreh ich mich nicht um
Zu ihr. Lass mich von ihr beglücken.

Großmütterlich, liebevoll, weise
Ihr rat ist durchdacht und stets leise
Sie will mich nicht stören
Ich selbst muss sie hören
Denn fehlt sie, dreh ich mich im kreise

blöder, gelber Ball, verschwundener!

Komm raus da, komm raus
Und hab dich nicht so
Ich hab mich entschuldigt!
Jetzt Komm! Sonst ist’s aus!

Kannst dich nicht für immer
Und ewig verstecken.
Wir könn’ drüber reden!
So machst du’s nur schlimmer.

So langsam verlier ich
Mit dir die Geduld
Jetzt komm endlich, Sonne,
Sonst bist du selbst Schuld.

zwischenmenschlicher Kitsch

Ich schenk dir einen Blumenstrauß
Aus Fragen, Lauschen, Lachen.
Ich baue dir ein Schneckenhaus
Zum Träumen und Erwachen

Mein Lieblingsbuch, mein Kinderschuh,
Mein letztes Hemd sind deine
Nussschokolade –noch dazu-
Schmeckt mir nicht mehr alleine

Komm teil’ mit mir mein Kuscheltier
Und meine Nagelfeile
Bin halb, bist du nicht neben mir
Komm, bleib noch eine Weile

depressive Farblehre/Farbleere

Ich bin gar nicht so schlecht gelaunt
Ich bin Realist
Hab’s mir ja nicht selbst zugeraunt
Wie schmutzwässrig trübe
Die Grundperspektive
-Und hoffnungslos- ist.

Und nicht nur heute, auch morgen
Das seh’ ich genau
Gibt’s hagelkorngroß diese Sorgen
Sie hängen am Himmel
Erstickende Wolle
In leblosem Grau.

Verklebt blickt mein suchendes Auge
Bleibt blind für den Tag
Es brennt wie von ätzender Lauge
Egal welche Farbe
Egal welches Bunt
Gibt nichts, was ich mag.

Verwünsche die tröstenden Worte
Verwünsch alle Welt
Statt grau such’ ich tiefschwarze Orte
Ein Schwarz muss ich finden
Zum Färben zum Mischen
Zementgrau, das hält.

Fragen zum Tage

7. Kann man sich selbst auch langfristig überlisten?

8. Sind Ansprüche an sich selbst Motor oder Zwangsjacke? Oder beides?

9. Was war zu erst da: Der graue Himmel oder die schlechte Laune?

Genug!

Der Tod als Thema ist unerschöpflich. Aber ich sehe ein gewisses Suchtpotential. Ich habe schon angefangen, wieder mehr Schokolade zu essen, um von dem Thema weg zu kommen.

Also auf zu neuen Ufern. Die verbleibenden Jahre sollen gefüllt werden mit lebendigeren Themen, die Wände sollen hell gestrichen werden. Ich atme tief ein, freue mich. Bin voller Tatendrang. Jetzt aber los.

Oh. Das Thema fehlt noch. Also nicht Tod. Gut. Nicht Tod. Hm. Also was? Ich könnte ja über das Leben schreiben. Das Leben. Mit all seinen Eigenheiten, Absonderlichkeiten, Abgründen, wie es beginnt, das Wunder des Lebens, wie es verläuft und wie es… ach nein. Nicht wie es endet.

Vielleicht etwas anderes. Nehmen wir Politik. Die deutsche, die europäische Politik zum Beispiel. Internationale Politik. -Aber da kann ich auch über den Tod schreiben. Das ist immer noch fröhlicher.

Also schreibe ich über Kultur. Hallo aufwachen! Kultur! Das ist toll, das ist en vogue, das ist … hallo?

Gut. Dann schreibe ich über Sport. … Nein. Vergesst die Idee.

Ich schreibe über… Äh… Tiere? Über Menschen? Nein? Über Städte? Länder, Kulturen, Gegenden, Relig… NEIN! Sicher nicht!

Ich schreibe Satiren!- ??? Komödien???

Ach…

… ich es’ jetzt erstmal noch ein Duplo.