•Juni 7, 2009 •
3 Kommentare
1. Ist gutes Wetter eine Frage der Einstellung oder der Ausrüstung?
2. Ist sinkendes Verständnis für die “heutige Zeit” ein Anzeichen voranschreitender Vergreisung?
3. Kann man gleichzeitig gelangweilt, gestresst, alleine und ruhebedrüftig sein?
3. Wie kann es sein, dass man sich gleichzeitig gelangweilt, gestresst, ruhebdürftig und doch einsam fühlt?
Veröffentlicht in Fragen zum Tage, aus dem Tagebuch
Schlagworte: Fragen, Fragen zum Tage
•Juni 7, 2009 •
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Meine Gedankenwelt
ist globalisiert.
Mein Denken
konkurriert frei auf dem Markt
Ich schaue nach Vorn
nicht Rück-Sicht,
nicht Um-Sicht
limitieren mein Blickfeld
Mache Schulden in Anstand
und lächle,
denn Notwendigkeit
muss man nicht hinterfragen
Selbständig mein Wirken,
kein Partner hält auf
bremst mit Erwartung.
Wenn Freundschaft, dann mit Profit
Auf zwischenmenschlichen Märkten
raguliert frei und fair:
die Nachfrage.
Hab ich dort Erfolg, hab ich Recht.
Ich halte nicht fest am Alten
Der Anstand verstaubt.
Moral vergilbt.
Das Bessere ist Feind des Guten.
So bin ich stolz Motor des Wachstums
Verliere durch Zuhören nicht Zeit
(und die ist Geld)
Wieviel Versprechen verpasst man durchs Schweigen
Mit mir wächst so die Gesellschaft
hin zu einem gigantischen “MEHR”
von allem, für jeden
Gewinner sind alle, die mitkommen.
Und strauchle ich, zweifle ich
sitz ich es aus
-in Omas Küche bei Kaffee
Getätschelte Hand, verständiges Lächeln.
Veröffentlicht in Kommentar zum Tage, gedichte
Schlagworte: aktuell, ironisch, neoliberal, Satire
•Juni 5, 2009 •
1 Kommentar
Ach sage nur, wo drückt der Schuh?
Oh nein, es hört dir niemand zu?
Die Rente ist klein, die Schränke leer,
und trinken darfste auch nicht mehr?
Besuchen kommt der Enkel nie,
und nach dem Sturz schmerzt doll das Knie?
Das herzt macht nicht mehr, was es soll,
die Beine sind mit Wasser voll.
Und keiner, den es intressiert.
Nun warteste, dass was passiert.
Nur fernseh’n, Kreuzwort, Abendbrot.
Die bessre Hälfte ist lang tot.
Und ab und an ein Gläschen Wein,
-verboten- wird so schlimm nicht sein.
Und dann das Pläuschchen auf dem Flur,
zu Politik und Popkultur.
So rinnt gehässig nun die Zeit,
die doch in Lichtgeschwindigkeit
vorbeiflog als du frisch und jung.
Was bleibt, ist nur Erinnerung.
Veröffentlicht in aus dem Tagebuch, gedichte
Schlagworte: Alter, Lebensabend, zu spät
•Juni 3, 2009 •
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Man lebe im jetzt und im heute und hier
Man sorge sich nicht und man öffne’s Visier
Das Leben nimm hin
such nicht nach dem Sinn
Man arbeite täglich von acht bis um vier
Man klage nicht, frage nicht, zweifle nicht mehr
dass einem das Leben das Glück nicht verwehr’
Man riestert und spare
genieße die Jahre
verhalte sich freundlich im Lebens-Verkehr
Man heiße die Eltern nicht schuld -angesichts
der Fehler und Schläge. Das bringt einem nichts
Man dulde, verstehe
in Kindheit und Ehe
Und übe sich fleßig des Lebens-Verzichts
Man zähle nicht Jahre und Chancen (verpasst)
Man gräme sich nicht, hat man doch nichts verfasst
und nichts hinterlassen
als leere Grimassen
Hat zwar nicht gelebt aber auch nicht gehasst
Veröffentlicht in aus dem Tagebuch, gedichte
Schlagworte: ironisch, klägliches, Leben
•Mai 28, 2009 •
1 Kommentar
1. Wenn alles Zufall ist, warum trifft er immer mich?
2. Wenn alles einem Plan folgt, warum dann immer ich?
3. Jammer’ ich zu viel oder die anderen zu wenig?
Veröffentlicht in Fragen zum Tage
•Mai 28, 2009 •
2 Kommentare
Ich bin so arm, mir geht’s so schlecht
getrübt ist meine Miene
mein Hund ist tot, mein Haar nicht echt
ein Scherz, was ich verdiene…
Die Frau ist weg, die Kinder auch
das Auto ist beschädigt
was wächst ist leider nur mein Bauch
die Steuer unerledigt
Es zwickt mir auch die Prostata
mein Chef will nicht mehr grüßen
am Telefon mit viel Trara
die Mutter! Jetzt heißts büßen
Und undicht ist mein Eigenheim
Ein Loch ist in dem Dache
mein Leben geht so aus dem Leim
egal was ich auch mache
Mein Fonds, der voller Aktien war,
ist leerer als mein Leben
Das vorher war so wunderbar
was solls, so ist das eben.
Unschuldig ich an alledem
im Keller keine Leiche
War niemals jemand unbequem
das Leben spielt mir Streiche
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Schlagworte: humor, Jammern, Mittelstand
•Mai 27, 2009 •
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Ich Sitz im Zug, der Bahnhof fährt
und mit ihm alle Bäume
Die Welt ist relativ mobil
genau wie die Welträume
Um meinen Kopf zieh’n sie vorbei
die sonst so festen Dinge
könnt’ ich nur mit, doch ich blieb starr
und steif -selbst wenn ich ginge
Es kreist um den vereisten Leib
mir Zeit und Raum und Leben
Ein Wolkenkratzer fliegt vorbei
als flöh er vor nem Beben
Aus Angeln frisch gelöste Tür’n
aus Kruppstahl seh’ ich wehen
Um mich Dynamik: Erde dreht
Doch ich, ich bleibe stehen
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Schlagworte: augenzwinkernd, Nachdenklich, relativ
•Mai 26, 2009 •
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Gedankenversunken lad’ ich dich nun ein
ein letztes Mal mit mir zusammen zu sein
Komm, geh’n wir durch Straßen,
auf denen wir saßen;
Komm, trauern wir dies’ eine Mal nicht allein
Ich will unsre Wege, die alten, so gern
ein letztes Mal gehen, dich halten als wär’n
nicht Jahre vergangen,
als wär noch Verlangen,
als könnte für kurz unser Wir wiederkehr’n.
Verbraucht, ausgegeben und restlos verprasst
der Schatz unserer Treffen. Die Ausfahrt verpasst.
Was wir doch versäumten
noch während wir träumten!
Vergeben, vergessen, das Wir ist verblasst
Ach komm doch wir gehen, was gibt’s zu verlier’n
Wir küssen in Cafés uns -ohne Genier’n
und flirten und lachen.
Und zwinkernd aufwachen.
Komm, geh’n wir noch einmal im Gestern spazier’n
Veröffentlicht in gedichte
Schlagworte: klägliches, Liebe, Nachdenklich, traurig, zu spät